Immobilienaktien: Boom vorbei?

Immobilienaktien: Boom vorbei?

1. Juni 2022 0 Von Stefan von aktiengott.de

Immobilienaktien haben es derzeit schwer. Jahrzehnte lang kannte die Immobilienbranche nur eine Richtung. Die Preise für Immobilien stiegen über die letzten Jahre rasant. Ein Grund dafür waren auch die niedrigen Zinsen. Davon profitierten auch viele Immobilienaktien. doch nun scheint sich das Blatt zu wenden! ist der Boom am Immobilienmarkt vorbei?

Rückblick auf den Immobilienmarkt

Mit Beginn der Finanzkrise im Jahr 2008 nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers begannen die Notenbanken in den USA als auch in Europa damit die Zinsen immer weiter zu senken. Damit sollten die schwächelnden Wirtschaften wieder angekurbelt werden.

immer mehr Geld pumpten sowohl die FED in den USA als auch die EZB in die Märkte. Ein positives Signal, insbesondere für die Aktien und Immobilienmärkte. Denn Liquidität möchte angelegt werden.

Mehrere Risiken für die Immobilienbranche und Immobilienaktien

Fur die Branche sind die Aussichten durch viele negative Einflussfaktoren aktuell schlecht. Und auch Immobilenaktien drohen weitere Kursrückgänge.

Steigende Zinsen

Das Ende der niedrigen Zinsen scheint eingeläutet. Noch zum Jahreswechsel waren Baufinanzierungen mit einer Zinsbindung von 10 Jahren fur unter 1 Prozent Zins möglich. inzwischen sieht die Situation anders aus. In nur wenigen Monaten schnellt der Zinssatz auf knapp 3 Prozent nach oben.

Die Gründe für die steigenden Bauzinsen dürften auf der Hand liegen. Zum Einen steigt die Teuerung, also die Inflation spürbar an. Auf der anderen Seite trägt auch die straffere Geldpolitik dazu bei.

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Für Häuslebauer und Kaufinteressenten ist der sprunghafte Anstieg bitter. Denn das Budget für die Finanzierung der eigenen vier Wände wird spürbar enger.

Preise für Baustoffe werden immer teurer

Die Inflation sorgt auch dafür, dass die Preise fur Baustoffe immer weiter ansteigen. Und auch die Transportwege werden, nicht nur durch den Ukrainekrieg immer schwieriger. An vielen Stellen gibt es bereits Transportengpässe.

Natürlich wird immer gebaut. Doch die Frage ist, zu welchem Preis. Bereits durch die stark steigenden Zinsen platzt nun für den ein oder anderen der Traum von der eigenen Immobilie. Durch die steigenden Baukosten wird jetzt alles noch unkalkulierbarer.

Starker Rückgang beim Wohnungsbau

Durch die auf breiter Front anziehenden Preise gibt es inzwischen auch spürbate Rückgänge beim Wohnungsbau. Klar, denn die Investitionen werden schwerer kalkulierbar. nicht jedes Bauprojekt der Wohnbaugesellschaften lohnt sich noch. Sollten Wohnungsbaugesellschaften nun weniger investieren, dann hätte das wohl auch negative Auswirkungen auf Umsatz und Gewinn.

Bereits jetzt ist klar, dass das Ziel Deutschlands 400.000 neue Wohnungen zu bauen, verfehlt wird.

  • geplante Neubauprojekte 400.000
  • tatsächlich umgesetzte Neubauprojekte 396.000
Immobilienaktien: Boom vorbei?
Beispiel eines Neubauprojekts

Immobilienaktien mit hohem Risiko

Insbesondere Aktien von Immobilienkonzernen wie Vonovia, oder Adler trifft es derzeit hart. Die Unternehmen sind bei der Finanzierung von Neubauprojekten auf Finanzierungen angewiesen. Die steigenden Zinsen machen Projekte jedoch teuer!

Auch Banken, die den Konzernen Geld fur das Bauvorhaben leihen, werden zunehmend vorsichtiger. Nicht jedes Unternehmen erhält mehr den Wunschkredit zum Wunschzins. Finanzierende Banken werden zunehmend einen Blick auf die Bilanzen der Immobilienunternehmen werden, insbesondere auf die Eigenkapitalquote. Wer hoch verschuldet ist, der könnte künftig schlechte Karten haben.

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Börsennotierte Immobilienaktien sind beispielsweise:

  • Vonovia
  • Adler
  • TAG Immobilien
  • Arroundtown

Fazit – Ende des Booms bei Immobilienaktien?

Der positive Trend auf dem Immobilienmarkt scheint erste Risse zu bekommen. Fur Unternehmen aus dem Sektor wird es zunehmend anspruchsvoller.

Die Preissteigerungen machen sich bei den Rohstoffpreisen deutlich bemerkbar. Die Zinsen steigen rasant.

Bauträger und Investoren, allem voran Immobilienkonzerne gehen bei der Umsetzung von Bauvorhaben Risiken ein. Denn ein Ende der Preissteigerungen und der anziehenden Zinsen ist nicht in Sicht.

Wer dennoch in Immobilienaktien investieren möchte sollte sich das Unternehmen seiner Wahl sehr genau ansehen. insbesondere hinsichtlich des Verschuldungsgrades. Je höher die Verschuldung, desto schwieriger wird die Umsetzung von Finanzierungen werden!

Immobilienkonzerne könnten durchaus gezwungen sein, die höheren Kosten künftig mit höherem Mieten zu kompensieren. Das würde dann im Gegenzug auch steigende Einnahmen bringen. Ob sich Mieter bei einer Inflationsrate von knapp 8 Prozent jedoch auch noch steigende Mieten leisten können, ist fraglich!

Es erfolgt keine Anlageberatung oder Steuerberatung. Der Artikel stellt keine Empfehlung zum Kauf-, Verkauf oder Halten des Wertpapiers / Anlageinstruments dar. Es besteht ein Verlustrisiko, bis hin zum möglichen Totalverlust! Du solltest nur mit zu deiner persönlichen Situation angepasstem Kapital handeln. Es wird keine Haftung für Fehler oder Irrtum im Beitrag übernommen, ebenso gibt es keine Garantie für die Vollständigkeit des Artikels. Lies auch die Risikohinweise bei Wertpapierinvestments. Redaktioneller Beitrag, keine Anlageempfehlung.
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